Agnihotra – die spirituelle Reinigung der Atmosphäre

VISUPROJEKT Institut: Maik Kunzelmann auf Spurensuche in Indien

Es ist ein beeindruckender Abend, den wir am Ufer des Ganges erleben dürfen. Lang anhaltende Mantras untermalen im Schein flackernder Feuer die bunt gekleideten Menschen, die voller Hingabe ihrer spirituellen Emotion folgen. Wir sind Zeuge des schon in den alten Vedischen Schriften erwähnten Agnihotra Feuerrituals, einer Tradition, die Verunreinigungen auflösen und die Atmosphäre spirituell reinigen soll.

Nach den unzähligen Gläubigen auf den Stufen des Ganges und Shivas heiligstem Tempel Vishvanath sind wir am Abend des zweiten Tages an den Ganges zurückgekehrt. Gemeinsam mit meinem indischen Freund Bhushan Kumar folge ich einer Einladung zum Agnihotra Feuerritual, das den letzten Abend in Varanasi, wo ich schon so vieles vom Hinduismus und den Veden erfahren durfte, beeindruckend abrundet. So wie sie die Basis des gesamten Hinduglaubens darstellen, sind die Veden auch die Grundlage zum Feuerritual. Erst kurz vor meiner Abreise nach Indien war ich zuhause in Deutschland Zeuge des Rituals auf dem Homa Hof Heiligenberg geworden. Einer ehrenamtlichen Initiative, die Agnihotra in der biologisch kontrollierten Landwirtschaft einsetzt und mit der dabei entstehenden Asche ohne künstliche Dünger sehr hohe und vor allem gesunde Erträge erwirtschaftet.

Eine Flut feinstofflicher Energien

In den zwischen 1300 und 1000 v. Chr. verfassten Veden wirkt Agnihotra nach dem System der Resonanz: „Heile die Atmosphäre und die geheilte Atmosphäre heilt dich“. In den alten Sanskrit Texten wird es als ein Verfahren aus den Wissenschaften der Bioenergie, Medizin, Klimatologie und Landwirtschaft beschrieben, das darüber hinaus der spirituellen Entwicklung des Menschen dient. Die stark reinigenden Zutaten des Feuerrituals aus Kuhdung, Ghee (Butterfett) und Reis sind genau festgelegt. Agnihotra wird zu Sonnenauf- und, wie in unserem Fall, zu Sonnenuntergang durchgeführt. Zu diesen Zeiten, so die vedische Auslegung, strömt eine gewaltige Flut feinstofflicher Energien auf den jeweiligen Ort. Auch an unserem Abend werden Mantras gesungen, die exakt auf den Vorgang Sonnenuntergang abgestimmt sind.

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Fotos: Maik Kunzelmann, i-stock   Text: Rüdiger Lehmann

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