Varanasi – Auf den Stufen am heiligen Fluss

VISUPROJEKT Institut: Maik Kunzelmann auf Spurensuche in Indien 

Flackernde Öllichter treiben auf tönernen Schälchen oder Tellern aus Blättern langsam an uns vorbei. Flussabwärts in die Dunkelheit, bis sie nur noch kleine Lichtpunkte sind, die irgendwo von den Wellen verschluckt werden. Wie glitzernde Perlen ziehen sich die Ghats von Varanasi am Ufer des Ganges entlang. Und während die hinduistischen Pilger im heiligen Wasser baden oder Rituale durchführen, von denen sie sich Erlösung erhoffen, herrscht eine faszinierende Energie…

Mein Vorhaben, allein nach Varansi zu reisen, stieß sowohl bei meinem Mitreisenden, als auch bei meinen Gastgebern und der daheim gebliebenen Familie auf Widerstand. Viele Gefahren und sonstige Schreckgespenster einer unbekannten Welt wurden bemüht, doch meine Entscheidung stand fest. Ich bin der Einladung von Bhushan Kumar gefolgt, einem Facebook-Freund, der nun zusammen mit mir an diesem beeindruckenden heiligen Ort der Hindus steht. Und statt Angst oder Unsicherheit spüre ich die Richtigkeit meiner Entscheidung, hierher zu kommen. Vor ca. 3500 Jahren soll Varanasi von Kashya, dem Sohn des Suhottra, gegründet worden sein. Lange bekannt unter dem Namen Benares liegt die Stadt 780 Kilometer östlich der indischen Hauptstadt New-Delhi überwiegend am Ufer des Ganges, Indiens größtem Strom.

Tausende von Pilgern

Es sind die vielen Ghats, die Stufen am heiligen Fluss, die der Stadt ihren besonderen Charakter verleihen. Entlang der Ghats stehen kleine Tempel, die größeren Bauten mit ihren mächtigen Göttern und Göttinnen des Hindupantheons bilden den imposanten Hintergrund. Von morgens bis abends strömen Tausende hinduistischer Pilger hierher, um bei rituellen Waschungen im Fluss Erlösung zu finden oder für ein persönliches Anliegen, wie der Heilung von einer Krankheit, für eine gute Ernte oder bessere Examensnoten zu bitten. Nach dem Bad steigen sie die Stufen zu ihrem Priester hinauf, legen trockene Kleider an und ziehen mit einem Tontopf voller Gangeswasser zum Vishvanath-Tempel, den wir am nächsten Tag besuchen wollen.

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Fotos: Maik Kunzelmann, i-stock   Text: Rüdiger Lehmann

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